Es ist Zeit...oder...zwischen Zugewinn- und Versorgungsausgleich

Manchmal ist es an der Zeit, einen neuen Weg zu gehen. Begleiten Sie mich auf dieser Reise, auf der wir die Herausforderungen des Zugewinn- und Versorgungsausgleichs beleuchten, uns mit Enttäuschung und Wut auseinandersetzen, aber auch Hoffnung finden, wieder Frieden zu schließen. Ich möchte Ihnen Mut machen und meine Geschichte teilen.

Mut fassen: Der Beginn einer neuen Phase

Nach einer Trennung stehen viele vor großen Fragen, besonders wenn es um den Zugewinn- und Versorgungsausgleich geht. Die Ungewissheit kann lähmend sein. Ich möchte Ihnen mit meinen Erfahrungen Mut machen, diesen Weg zu gehen und die nächsten Schritte mit Zuversicht anzugehen. Es ist ein Ende, aber auch ein Neuanfang.

Jenseits des Gewöhnlichen

Die Jahre der Trennung und Scheidung haben mein Leben geprägt. Ich schreibe meine Geschichte auf, um Menschen, die ähnliches erlebt haben oder gerade erleben und daran fast zerbrechen, wieder Mut finden, aufstehen und weitergehen. Es ist eine Hommage an alle, egal ob Frau oder Mann, die hier im Deutschland des 21. Jahrhunderts nach den Gesetzen aus Bismarcks Zeiten geschieden worden sind oder werden und teuer bezahlen müssen.   

 

Mein Name ist, sagen wir Bella, ich bin 63 Jahre alt und noch kein Stück weiser.

Wie und wo fange ich am besten an?

Vor 11 Jahren habe ich mich von meinem Mann getrennt, im gegenseitigen Einvernehmen, wie ich damals glaubte.

Getrennt von Tisch und Bett, der kleinste gemeinsame Nenner war nicht mehr gegeben.

Ich wusste schon eine lange Zeit davor, dass mein Mann, nennen wir ihn ab jetzt Ex-U,Geld über alles liebte und mit Wolllust das Geld der anderen ausgegeben hat, in unserem Fall meins, bis ich nicht mehr wollte und konnte und das war der Beginn vom Rosenkrieg.

In den Jahren nach der Trennung hat er sich beständig geweigert eine Gütertrennungsvereinbarung zu unterschreiben, wollte auf Biegen und Brechen bis zum September 2023 warten, damit die Spekulationszeit für ein Mietshaus, das ich 2013 als Altersvorsorge käuflich erworben hatte, vorüber ist. Im September sollte der Notartermin sein. Er wollte dieses Haus und auf alle sonstigen Forderungen aus einem möglichen Zugewinn- und Versorgungsausgleich verzichten. Über die Jahre hinweg habe ich ihm das auch noch geglaubt, bis im März 23 der Postbote klingelte und mir einen gelben Umschlag vom Amtsgericht überreichte. Völlig unwissend öffnete ich ihn, denn mir war nicht bewusst, dass ich in irgendeiner Weise etwas mit der Gerichtsbarkeit zu tun haben könnte.

 

Chapeau, dachte ich, als ich den Inhalt in meinen Händen hielt. Ex-U, der über die Jahre hinweg gut von mir und mit mir gelebt hatte, wollte 6 Monate vor Ablauf unserer Vereinbarung die Scheidung!

 

Hätte sich damals die Erde aufgetan und mich verschluckt, wäre das für mich auch nicht mehr schlimmer gewesen.

Von einer Minute zur anderen war mein Leben aus den Fugen geraten, ohne mein Zutun, ohne Vorwarnung, ohne Plan und für den Moment auch ohne Hoffnung.

Die Realität des Ausgleichs: Enttäuschung und Wut verstehen

Der Zugewinn- und Versorgungsausgleich kann oft mit großen Enttäuschungen und sogar Wut auf die bestehenden Gesetze verbunden sein. Man fragt sich, ob die Gerechtigkeit wirklich ihren Lauf nimmt. Es ist wichtig, diese Gefühle zuzulassen und zu verstehen, dass Sie damit nicht allein sind. Meine Geschichte wird Ihnen zeigen, dass diese Emotionen Teil des Prozesses sind.

Jenseits des Gewöhnlichen

EX-U

Er war immer eine Person mit Prestigedenken, mit dem neuesten BMW als Statussymbol, immer selbstständig arbeitend, obwohl er nie wirklich etwas auf die Reihe bekommen hat. So nahezu jede Firma, die er gründete war zum Scheitern verurteilt oder brachte ihm so wenig ein, das er damit zwar immer das neueste Auto hatte, aber vom Ertrag nie eigenstänig leben konnte.

Ich

Mutter, immer voll berufstätig und von 1997 bis 2015 auch Ehefrau. Ich habe das Geld für die Familie verdient, das Eigenheim gekauft und finanziert, 2013 eine zweite Immobilie käuflich erworben, weil Ex-U unbedingt eine Altersvorsorge wollte. Ich persönlich hatte kein Interesse daran und wenn ich es mir im Nachhinein recht überlege, hatte ich damals schon in meinem Unterbewusstsein das Gefühl, diese Ehe wird nicht mehr für die Ewigkeit halten .

 

Zwischen dem Kopf und dem Bauch liegt das Herz und auf das sollte man hören, egal was andere sagen und denken.

 

Wie dem auch sei, sollte ich still sein und warten, bis mir nichts mehr bleibt oder aufstehen und kämpfen?

Ich habe mich für den Kampf entschieden! 

Hoffnung finden: Frieden schließen nach dem Sturm

Trotz aller Schwierigkeiten gibt es immer einen Weg, wieder Frieden zu finden. Der Weg durch den Zugewinn- und Versorgungsausgleich kann steinig sein, aber am Ende steht die Möglichkeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Lassen Sie uns gemeinsam lernen, wie man die Vergangenheit hinter sich lässt und mit Hoffnung in die Zukunft blickt. Die Scheidung ist nicht das Ende, sondern ein Neubeginn.

Jenseits des Gewöhnlichen

Aber wo fange ich an?

Punkt 1... für den Versorgungsausgleich die Hosen runterlassen

Punkt 2... für den Zugewinnausgleich das Einkommen und Vermögen offenlegen 

Punkt 3... einen guten Anwalt suchen, am besten einen Kampfhund.

Die Monate danach waren ein Albtraum, den wohl kein Mensch unbeschadet überleben kann.

Die Unterlagen für den Versorgungsausgleich hatte ich bei Gericht eingereicht, für den Zugewinnausgleich war alles offengelegt, eine Anwältin hatte ich gefunden.

 

Und ich zog in einen Krieg, den ich nie wollte!

 

Um des lieben Friedens Willen habe ich der Gegenseite noch einmal das 2013 als Altersvorsorge gekaufte Haus angeboten, in dem sich nun seit Jahren das Maklerbüro und der Wasch-und Bügelservice von Ex-U befanden und in dem seine Angestellte (heute Lebensgefährtin) seit 2014 und er selbst seit 2015 wohnten.

Das Haus war ihm nicht mehr genug und er forderte noch 50000 Euro in bar.

Das war keine Option für mich, der Krieg ging also weiter.

 

Gott sei Dank hatte ich zu dieser Zeit bereits verlässliche Freunde, mit deren Hilfe ich mir zunächst das Haus zurückgeholt habe, von dem Ex-U in der Öffentlichkeit gerne behauptete, dass es ihm gehört, obwohl er nur der Verwalter war und monatlich 450 Euro für seine "Dienste" von mir kassiert hat. 

Ich war gezwungen ihm Prokura für das Mietkonto und alle Vollmachten zu entziehen.

Mit anwaltlicher Unterstützung konnte ich die Herausgabe der Hausunterlagen unter seinem Protest erwirken und stand plötzlich vor Aktenordnern aus 10 Jahren Verwaltertätigkeit.

Ich war wie gelähmt, unfähig die Initiative zu ergreifen, auch nur einen dieser Ordner in die Hand zu nehmen.

Für mich war immer klar, dass Ex-U nach der Scheidung das Haus bekommt und ich habe ihn aus diesem Grund auch  immer frei entscheiden lassen. Ich hatte keinen Bezug zu dieser Immobilie, zumal ich im Nachhinein erfahren habe, dass er bereits seit 2014 ein Verhältnis mit seiner Angestellen hatte.

 

Mein guter Freund, nennen wir ihn  M1, war es, der mir in den Wochen und Monaten danach immer wieder Mut gemacht und mir geholfen hat. Wahrscheinlich hätte ich damals in einem Moment der Verzweiflung mit meinem Auto einen Brückenpfeiler aufgesucht, der mir die Erlösung gebracht hätte...

M1 hat sich um die Verwaltung des Hauses gekümmert und die Unterlagen des Verwalters geprüft. 

Für eine kurze Zeit hatte ich wieder Luft zum Atmen.

Aber.. die Liste der Prüfung war lang:

unterschlagene Gelder aus Fördermitteln und Kredit, nicht bezahlte Mieten, unbezahlte Rechnungen, ausgebaute Messeinrichtungen-  schamloser Betrug auf der ganzen Linie von Anfang an!

In kürzester Zeit belief sich der entstandene Schaden auf 25000 Euro.

 

Jenseits des Gewöhnlichen

Und wer meint, dass das Ende der Fahnenstange erreicht war, der irrt.

Ich bekam einige Tage später Post von einem zweiten Anwalt, den sich Ex-U geleistet hatte. Der forderte Trennungsunterhalt für seinen Mandanten. Ex-U war ja nur Inhaber zweier Firmen, Besitzer zweier Autos der Marke BMW(X3 und Elektro), hatte aber Verfahrenskostenhilfe beantragt und bewilligt bekommen, weil er bedürftig ist.

 

Und ich fiel ein weiteres Mal von meinem Glauben ab in diesem Scheidungsverfahren jemals das Gefühl erlangen zu können, Gerechtigkeit zu erfahren.

Jenseits des Gewöhnlichen

Zwischenzeitlich waren die Mietverträge der beiden Firmen und auch der Wohnungen gekündigt und ich betrat erstmalig, nach fast 10 Jahren meine Immobilie.

Es sollte noch 6 Monate dauern bis die Beteiligten auszogen, so ist das bei gewerblichen Mietverträgen, aber auch diese Zeit habe ich mit mehr oder weniger Represalien überstanden.

Mein Fokus lag auf der Neuvermietung, schließlich hatte ich eine Hypothek zu bedienen.

10 Jahre lang gab es weder einen frischen Farbanstrich noch sonstige Erneuerungen im Haus, auch das musste ich feststellen und begreifen.

Jenseits des Gewöhnlichen

Mit der Hoffnung, dass im neuen Jahr alles besser wird, saß ich zum Jahreswechsel 23/24 allein zu Hause und habe das bis dahin Erlebte Revue passieren lassen.

Ich war zum Zaungast meines eigenen Lebens geworden und konnte im Moment nichts dagegen tun.

 

Und mein Schicksal sollte abermals auf eine harte Probe gestellt werden.

Jenseits des Gewöhnlichen

Im Februar 2024 bekam ich einen weiteren Schlag ins Gesicht.

Ex-U hatte bei Gericht eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, in der er behauptete, ich würde die Immobilie veräußern wollen, um das Geld ins Ausland zu transferieren.

 

ICH... der gläserne Bürger, der außer einem Strafzettel wegen Falschparkens noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten war.

 

Ich dachte damals: Was ich selber denk und tu, trau ich auch den Anderen zu!!!

 

Mittels eines Arretierungsantrages wollte er nun mit einer Sicherungshypothek in mein Grundbuch,

 ohne Verhandlung natürlich.

 

Aber das Gericht sah den Sachverhalt anders und ich hatte 3 Tage Zeit, meine Sicht auf die Dinge darzulegen.

Am Ende einer 30minütigen Verhandlung wurde ein klares Urteil verkündet.

Die Anschuldigungen waren haltlos und nichtig. Einen Eintrag ins Grundbuch würde es nicht geben.

Die Kosten des Verfahrens hatte der Kläger zu zahlen.

Ein Sieg für den ich trotzdem eine Anwaltsrechnung von 3500 Euro zu bedienen hatte.

Jenseits des Gewöhnlichen

Es gibt Menschen, die nach einer Niederlage durchaus fähig sind, sich einen Fehler einzugestehen und es gibt jene , die es nicht können oder wollen...zu dieser Kategorie gehört Ex-U.

Ausgesondert wurde der Anwalt, und es wunderte mich nicht einmal mehr.

Es sollte auch nicht ruhiger werden.

Immer, wenn ich dachte, jetzt kann nichts mehr schlimmer werden, kam ein neues Kaninchen, gezaubert aus dem Hut von Ex-U, natürlich mit neuer anwaltlicher Vertretung.

 

Jenseits des Gewöhnlichen

Im Frühjahr 2024 wurde der Versorgungsausgleich offenbart. Da ich in all den Jahren nach meinem Studium fleißig gearbeitet habe, die Gesetzgebung dieses Landes jedoch vorschreibt, das alles was an Rentenansprüchen erwirtschaftet wird, beiden zur Hälfte zusteht, unabhängig davon, wer es erarbeitet hat, sollten mir per "Recht" und "Gesetz" 50% genommen werden.

Und wieder war mein Glaube an Gerechtigkeit ins Unermessliche gesunken.

Ex-U hatte nie in ein Rentensystem eingezahlt. Mit großer Klappe, trötete er immer, dass er das nicht nötig hat.

Er wusste schon damals, dass er gut im Alter vom mir leben kann und musste gar nichts dafür tun.

Jenseits des Gewöhnlichen

Die Täter werden versorgt, die Opfer ignoriert!

Bis zu diesem Tag war ich immer davon überzeugt, dass kein Mensch in diesem Land auf der Straße leben muss.

Oft habe ich mich gefragt, wie es sein kann, dass erfolgreiche Unternehmer, Ärzte, Anwälte, Menschen, die immer einsatzbereit waren, über ein hohes Maß an Intelligenz verfügen, am Ende mit einem Schlafsack unter einer Brücke landen, weil sie nicht mehr können oder wollen, weil sie alles durch Scheidung verloren haben oder Pech hatten.

Heute weiß ich es!

Wenn man den Glauben verliert, dass ein Mindestmaß an Lebensqualität erhalten bleibt, wenn sich die Angst vor Armut breit macht, wenn die Kraft und Hoffnung schwinden und man nur noch das Gefühl hat, gehen zu müssen, spielt es am Ende keine Rolle mehr, wo das Nachtlager zukünftig sein wird.

 

Ich hatte Existenzangst, Angst vor Altersarmut, Angst vor dem Leben, das mich erwarten wird.

Jenseits des Gewöhnlichen

Das Ende des Tunnels sollte für mich aber noch lange nicht in Sicht sein.

Kaninchen aus dem Zauberhut gibt es viele.

Und so zog Ex-U unbelehrbar weiter mit der festen Absicht, den größtmöglichen Gewinn zu erzielen.

Eine letzte Mediationsverhandlung, angesetzt vom Gericht, sollte den gewünschten Vergleich bringen.

Es war inzwischen Oktober 2024.

Die Forderungen der Gegenseite standen im Raum und waren ins Außerirdische gestiegen.

 

Jenseits des Gewöhnlichen

Ich habe die Welt und das Leben nicht mehr verstanden, aber ich war auch nicht so naiv zu denken, dass ich frei von Schuld bin. Ich hätte früher gehen können, weniger vertrauen sollen, dann wäre vieles anders gelaufen.

Aber so ist das Leben...hätte, wäre, könnte sind Konjunktionen, die nicht in diese Realität passen.

Jenseits des Gewöhnlichen

Natürlich war die Mediationsverhandlung kläglich gescheitert. Die einzige Quelle, die Ex-U noch finanziell anzapfen konnte, war ich und sein Gewissen lief ohnehin immer nur auf Sparmodus, wenn er jemals überhaupt eins hatte.

Und so nahmen die Dinge ihren Lauf.

Auch das Jahr 2024 ging ohne Ergebnis vorrüber.

In den Folgemonaten wurde es auffallend, fast beängstigend ruhig, bis die Vorladung zum ersten Scheidungstermin in meinem Briefkasten lag.

Jenseits des Gewöhnlichen

Die Verhandlung vor dem Amtsgericht im Frühjahr 2025 war eine der schrecklichsten Momente in all der Zeit, saß mir doch ein Mann gegenüber, der charakterlich noch grässlicher geworden war und äußerlich nicht mehr wiederzuerkennen.

Innere Werte waren bei ihm schon immer Mangelware, aber nun hatte sein Leben auch äußerlich Spuren hinterlassen.

Was 10 Jahre aus einem Menschen machen können, ist furchterregend und peinlich zugleich.

Und noch peinlicher waren Äußerungen wie: "Ich will das Geld oder das Eigenheim", und auf die Frage meiner Anwältin, woher das Geld denn kommen soll, schließlich hat doch die Ehefrau über die Jahre hinweg alles finanziert   und auch die laufenden Kosten getragen, kam die Antwort: " Die hat doch gut verdient und hätte was beiseite legen können".

Und ich dachte damals... diesen Totalausfall habe ich einmal geheiratet.

Zumindest wurde in dieser Verhandlung die von Ex-U angegebene Ehezeit (auch in diesem Punkt hatte er vor Justizia gelogen) von 2022 auf 2015 zurückdatiert.

Der Versorgungsausgleich könnte somit um ein Mindestmaß reduziert werden. Wenigstens ein kleiner Trost,

dachte ich, aber weit gefehlt.

Nur im gegenseitigen Einvernehmen kann diese Summe reduziert werden, denn im deutschen Gesetz zählen die tatsächlichen Ehejahre, unabhängig davon, ob man noch miteinander gelebt hat oder nicht. Für die Rechtsprechung war es auch unerheblich, dass wir seit 2015 keine wirtschaftliche Einheit mehr waren.

Und so endete diese Verhandlung ohne greifbares Ergebnis. 

Jenseits des Gewöhnlichen

Monate später erhielt ich den verminderten Versorgungsausgleich, so wie die Gegenseite auch und es wunderte mich nicht, dass Ex-U mit einer Reduzierung nicht leben konnte. Er rechnete sich aus, wieviel Geld ihm verloren gehen könnte, wenn er nach Renteneintritt noch 20 Jahre lebt. Exakt diese Summe schlug er selbstbewusst wie er nun mal war auf den Zugewinnausgleich, aufgerundet natürlich, obendrauf.

Mir fehlten die Worte und die Kraft, mich darüber aufzuregen. Ich nahm es hin als nächsten kläglichen Versuch seiner persönlichen Bereicherung und seinem unermüdlichen Drang, mich am Boden zu sehen.

Jenseits des Gewöhnlichen

In einer statistisch gefestigten und rechnerisch fundamentierten Sicht hat die Richterin der Gegenseite plausibel dargelegt, dass die Lebenserwartung eines Mannes in Deutschland keineswegs bei 87 Jahren liegt und das ein Versorgungssystem nicht mit einem anderen aufgerechnet werden kann, bot aber, wahrscheinlich um des lieben Friedes Willen, eine geringere Summe an, die auf den Zugewinn aufgeschlagen werden sollte.

Mein erster Gedanke war...NIEMALS!

Dann soll ein Urteil verkündet werden und die nächste Instanz müsse dann entscheiden.

Jetzt war sowieso schon alles egal

 

Jenseits des Gewöhnlichen

Wäre es nicht meine eigene Geschichte, ich würde sie wahrscheinlich einem anderen Menschen nicht glauben.

Nach der Offenbarung des Versorgungsausgleichs kamen immer wieder neue Vorschläge vom Anwalt der Gegenseite. Unter anderem sollte ich Ex-U das Eigenheim überschreiben, allerdings ohne Resthypothek, die sollte ich behalten.

Noch einen Tag vor der zweiten Verhandlung, die für den 18.11.2025 angesetzt worden war, in der Familiensache

Ex-U gegen Bella, kam ein Angebot, dass nicht mehr zu toppen war.

Bis heute ist mir noch nicht klar, ob diese Erpressungsmentalität ein weiterer Versuch war, mich mürbe zu machen, mich zu erniedrigen oder ob ich vielleicht auf Unzurechnungsfähigkeit der Gegenseite plädieren sollte.

 

 

Jenseits des Gewöhnlichen

Natürlich war ich am 18.11. ein gebranntes Kind, aber fest entschlossen, nicht kampflos das Feld zu räumen.

Korrekt gekleidet, hochkonzentriert und bis ins Detail vorbereitet, trat ich den Weg nach Ganossa an.

Ex-U saß wie immer mit geballter Faust und rotem Kopf im Gericht... unvorbereitet, argumentationslos und fordernd.

Die Ehe zerrüttet, die Ansichten unterschiedlich, aber letztendlich sollte es an diesem Tag zu einer rechtskräftigen Scheidung kommen, alles andere würde noch Jahre dauern und Unmengen an Geld verschlingen.

Die zweieinhalbstündige Verhandlung war eine Mischung aus Frust und Respektlosigkeit der Gegenseite und einer scheinbaren Überlegenheit meiner Anwältin und mir.

 

Vielleicht konnte ich auf alles so relativ gelassen reagieren, weil mir bewusst war, dass ich bluten muss, allein die Frage in welcher Höhe stand im Raum.

Zwischendurch verspürte ich natürlich den Drang, die Richterin ihr Urteil sprechen zu lassen und in der zweiten Instanz Berufung einzulegen.

Aber meine Vernunft hat, entgegen jeder Einsicht, gesiegt.

Mit einer unverschämt hohen Zahlungsverpflichtung, einem verminderten Versorgungsausgleich, aber einem rechtskräftigen Scheidungsurteil, verließ ich zweieinhalb Stunden später das Gericht.

ERGO...ICH HABE MICH FREIGEKAUFT!

Der Albtraum war noch nicht zu Ende, aber die Erleichterung, dass Ex-U mein Leben nicht mehr bestimmt, hat an diesem Tag für eine kurze Zeit dominiert.

Zum ersten Mal seit dem 23.03.2023 (das war der Tag an dem der Postbote klingelte) verspürte ich soetwas wie Freiheit.  

Ich war erschöpft und müde, nicht wissend, was noch auf mich zukommt, aber endlich beruhigt, das Thema Ehe mit Ex-U in die Schublade der Vergangenheit packen zu können.

Und da beide Seiten auf Rechtsmittel verzichtet hatten, Ex-U hatte ja bekommen was er wollte, wenn auch nicht in der Höhe, die er sich ausgemalt hatte, war ich endlich frei!

Jenseits des Gewöhnlichen

Es wäre schön, wenn sich Herz und Hirn dasselbe Wlan teilen, habe ich einmal gelesen.

Aber was macht ein Mensch, der keines von beiden besitzt?

Er läuft durch die Straßen, fühlt sich als Sieger, verkündet, dass er gewonnen hat und viel Geld von der Ex bekommt, ohne zu bemerken, dass er  keineswegs der Sympathieträger ist, für den sich die anderen freuen.

 

Um zu begreifen, dass man nicht größer wird, wenn man andere kleinmacht, braucht man ein Mindestmaß an Empathie und menschlicher Größe und beides besitzt Ex-U nicht.

Und genau das ist die Mentalität, die sich in seinem Leben manifestiert hat, unfähig etwas aus eigener Kraft  zu erreichen und mit Skrupellosigkeit auf Kosten anderer zu leben. 

Jenseits des Gewöhnlichen

Nun habe ich 12 Monate Zeit meine Häuser zu verkaufen, um Ex-U auszuzahlen.

Ich, für meinen Teil , werde in eine kleine Wohnung ziehen, an welchem Ort, das weiß ich noch nicht.

Das wird eine Umstellung für mich, aber es ist ein Neuanfang!!!

Und ich lasse nur noch Menschen in mein Leben, die mir guttun.

Jenseits des Gewöhnlichen

Viele werden sich vielleicht fragen, wie ich einen solchen Mann heiraten konnte.

Und ehrlich...heute weiß ich es auch nicht mehr.

Liebe macht blind, taub war man vorher schon und stumm wird man mit der Zeit.

Aber das Leben sollte man vorwärts leben, rückwärts wird gelernt.

 

Jenseits des Gewöhnlichen

So schwer diese Zeit für mich war und noch ist, ich habe eine Familie, die mich gehalten hat.

Ich habe gute Freunde, die diesen Weg mit mir gegangen sind.

Ich habe liebe Nachbarn auf die ich mich immer verlassen konnte.

Ich habe so viel mehr im Leben als Ex-U.

Es sind die Menschen um uns herum, die das Leben lebenswert machen, es sind die kleinen Dinge des Alltags, die wichtig sind... ein liebes Wort, ein netter Gruß, ein Lächeln, eine Umarmung.

Und allen, denen es ähnlich ergangen ist wie mir, möchte ich sagen...gebt nicht auf!

Jeder neue Tag beginnt in der dunkelsten Stunde der Nacht und nach Regen scheint wieder die Sonne...

auch für euch!

Jenseits des Gewöhnlichen

Leider leben wir in einem Land im 21. Jahrhundert, in dem über Sonnenenergie, Windkraft und E-Autos debattiert wird, aber geschieden wird immernoch nach Bismarcks Gesetzen, die heute nicht mehr angewendet werden dürften, weil sich die Realitäten der Gesellschaft komplett verändert haben.

„Ich habe gelernt, dass es in Ordnung ist, enttäuscht zu sein und Wut zu empfinden. Aber ich habe auch gelernt, dass nach jedem Sturm die Sonne wieder scheint und man Frieden finden kann.“

Die Autorin des Scheidungsblogs . See you later.